Uganda: Kidepo Valley Nationalpark – ein Urlaub, der unser Leben verändert hat

Uganda: Kidepo Valley Nationalpark – ein Urlaub, der unser Leben verändert hat

Nicole Rosenberg, 7. März 2014

Angela, Adam, Holly und Hannah Moore erzählen von ihren Erlebnissen in Uganda.

Mein Mann und ich sind vor 12 Jahren zum ersten Mal nach Uganda gereist. Es war Liebe auf den ersten Blick und wir wussten bereits damals, dass wir irgendwann nochmals zurückkommen würden. Das taten wir tatsächlich auch, brachten aber dieses Mal unsere zwei Töchter im Alter von 12 und 9 Jahren mit. Einige Freunde und Familienmitglieder waren der Auffassung, es sei unverantwortlich, mit solch jungen Kindern nach Afrika zu reisen… Es hat sich aber gezeigt, dass genau das Gegenteil der Fall gewesen ist und die Reise eine der wichtigsten Lektionen gewesen ist, die sie jemals erfahren durften.

Semliki Safari Lodge

Die von uns gewählte Reiseroute führte uns zunächst in die Semliki Safari Lodge (im Jahre 2001 war dies unser Lieblingsort – und sie ist immer noch genau so schön wie damals). Neu für uns war aber unser nächstes Ziel, von dem wir bereits so viel gehört hatten: Die Apoka Safari Lodge im Kidepo Valley National Park. Hier genossen wir Erlebnisse, die uns ein Leben lang in Erinnerung bleiben werden…

Strohdachhäuser

Strohdachhäuser

Uganda von oben…

Um kostbare Zeit zu sparen entschieden wir uns, mit dem Flugzeug nach Kidepo zu reisen. Aus dem kleinen Fenster betrachtete ich die sich ständig ändernde Landschaft, die unter mir vorbeizog. Den Lärm und die Hektik von Kampala (Zwischenstopp) hatten wir hinter uns gelassen und wie wir immer tiefer in die Einsamkeit Nordwest-Ugandas drangen, fühlte ich mich zum ersten Mal vollkommen entspannt. Ich traute mich kaum zu blinzeln, wollte ich doch keine Sekunde von dem sich unter mir abspielendem Szenario verpassen: Ein bunt orange glimmendes Buschfeuer, das entlegene Dorf mit seinen winzig kleinen, grasbedeckten Dächern, ein in der Sonne glitzernder Fluss, der uns einen silbernen Willkommensgruss zu schicken schien, die vollkommene Abwesenheit jeglicher Strassen und Fahrzeuge… und dann plötzlich diese schroffen, zum Greifen nahen Gebirgsketten.

Nach knapp zwei Stunden landeten wir schliesslich auf dem Kidepo Airstrip, einer rudimentären Landepiste inmitten einer weitläufigen Graslandschaft. Hier sind wir von zwei, über das ganze Gesicht lächelnden Mitarbeitern der Apoka Safari Lodge in Empfang genommen worden. In Windeseile wurden unsere Gepäckstücke verstaut und wir düsten mit unserem umgebauten, an der Seite offenen und mit einem Leinendach ausgestatteten Landcruiser weiter in Richtung Lodge. Diese erste Fahrt war genauso kurz wie spannend, sahen wir doch zahlreiche Tierherden mit Zebras, Wasserböcken und Jackson-Kuhantilopen sowie einige Bleichböckchen und zwei oder drei Warzenschweinfamilien mit ihren winzigen Babys (meine persönlichen Favoriten!).

Zebras vor der Apoka Safari Lodge

Zebras vor der Apoka Safari Lodge

Apoka Safari Lodge

Der Eingang der Lodge ist zwar unauffällig und doch äusserst einladend. Die Strohdächer sind aus der Distanz schwer auszumachen und fügen sich perfekt in die leicht hügelige Landschaft ein. Gerade im Vergleich zu einigen Lodges in Kenia, die sich mit ihren überdimensionierten Lobbys schier zu überragen versuchen, war dieser Anblick für uns ein sehr erfreulicher. Das Personal, überaus warmherzig und gepflegt, begrüsste uns mit frisch gepresstem Maracujasaft und kühlen Feuchttüchern, zur Reinigung von Gesicht und Händen.

Als wir schliesslich die Rezeption hinter uns liessen, um zu unseren Bungalows mit eigener Veranda zu gelangen, offenbarte sich der prächtige Ausblick auf das gesamte Kidepo Tal. Ich erstarrte förmlich, atemlos und überwältigt ob dieser Schönheit. Die Kinder zogen aufgeregt an mir vorbei, hatten sie doch den ungewöhnlichen Swimming Pool erblickt. Erst auf dem zweiten Blick realisierte ich, dass die gesamte Lodge auf einem riesigen Fels (Kopje) erbaut wurde, welcher uns gigantische Aussichten bescherte, wie ich sie zuvor noch nicht gesehen hatte.

Pirsch im Kidepo Nationalpark

Pirsch im Kidepo Nationalpark

Nur wir und die Natur

Am Nachmittag begaben wir uns mit Auto und Fahrer auf eine Pirschfahrt. Nach nur 15 Minuten sahen wir die ersten Geparden. Bislang war ich nur im kenianischen Amboseli und Tsavo Nationalpark, wo wir keine einzige Raubkatze erblickt hatten, so dass dieser Anblick ein ganz besonderer Augenblick für mich gewesen ist. Aber es sollte noch viel besser werden…

Am nächsten Morgen hatten wir das Vergnügen vier junge Löwen anzutreffen. Ein Weibchen und drei Männchen, mit buschiger, wenngleich noch nicht ganz ausgewachsener Mähne. Sie wirkten noch recht ungeschickt und erholten sich gerade von einem gescheiterten Versuch, ein Warzenschein zu erbeuten (was wir ebenfalls beobachten durften). Insgesamt verbrachten wir rund eine Stunde mit den Tieren, ganz ungestört und ohne einen einzigen, weiteren Touristen. Keine Minivans oder Safari Jeeps, kein Kamera-Geklicke; nur wir und die Natur. Auf dem Rückweg zur Lodge kreuzten wir noch eine riesige Büffelherde mit weit über 1000 schlammverkrusteten Tieren mit ihren leicht gebogenen Hörnern, herabhängenden Ohren und feuchtglänzenden Nasen.

Lorukul – Karamojong Dorf

Am folgenden Tag begaben wir uns nach Lorukul, an der äusseren Grenze des Kidepo Nationalparks. Ziel war es, ein entlegenes Karamojong Dorf zu besuchen, hatten wir doch gehört, dass hier ein Krankenhaus erbaut wird. Wir wollten uns selber ein Bild von dem Bau machen, auch um zu sehen, welchen Beitrag wir hierzu leisten können.

Besuch des Karamojong Dorfes

Besuch des Karamojong Dorfes

Der Empfang, der uns erwarten sollte, war schier unbeschreiblich. Das gesamte Dorf war auf den Beinen, um uns Willkommen zu heissen. Die Parade, Ansprachen, Lieder und Tänze waren einfach herzzerreissend und uns zu Ehren wurde sogar ein eigens komponiertes Lied gesungen. Danach besichtigten wir die Klinik, die über die letzten Jahre hinweg (mit grosser Unterstützung der Apoka Safari Lodge) mit viel Stolz von den Einheimischen erbaut wurde. Derzeit fehlt noch das Dach, ein Umstand, den wir nun ändern möchten.

Freundlicher Empfang an der Landepiste im Kidepo Nationalpark

Freundlicher Empfang an der Landepiste im Kidepo Nationalpark

Wir wurden in traditionelle Kleidung gehüllt und unsere neuen Freunde schenkten den Mädchen handgefertigte Ketten und Gürtel. Zuhause leidenschaftliche Fussballspielerinnen, hatten sie einige Bälle und Trikots mitgebracht und wurden auch gleich in eine Partie gegen die anderen Kinder von Lorukul verwickelt. Was für eine tolle Erfahrung für die beiden. Und wie geschickt die kleinen Dorfbewohner mit dem Ball umgehen konnten… Leider war uns nicht bewusst, dass die einheimischen Mädchen lieber Volley- als Fussball spielen. Beim nächsten Mal werden wir also andere Bälle im Gepäck haben (ja, wir kommen definitiv wieder).

Gruppenbild mit den Bewohnern des Karamojong Dorfes

Gruppenbild mit den Bewohnern des Karamojong Dorfes

Die Apoka Safari Lodge hat einfach alles, was das Herz begehrt: komfortable, geschmackvoll und wunderschön eingerichtete Zimmer, beeindruckende Ausblicke, einen zauberhaften, in einen Felsen eingelassen Swimming Pool, eine köstliche Auswahl an Speisen, die einem das Wasser im Munde zerlaufen lassen, spannende Pirschfahrten mit aussergewöhnlichen Tiererlebnissen, extrem freundliches, gut ausgebildetes Personal… aber am wichtigsten: Der Einsatz und die Hingabe für die lokale Bevölkerung, die Liebe zum Detail, eine einzigartige Privatsphäre und das Wissen um die individuellen Bedürfnisse eines jeden Gastes… All dies bescherte uns eine ganzheitliche Erfahrung für Körper und Geist.

Pool der Apoka Safari Lodge

Pool der Apoka Safari Lodge

Aufgeladen mit neuer Energie und Inspiration haben wir den Ort schweren Herzens verlassen und auch unsere Kinder konnten wichtige Erfahrungen sammeln, von denen sie ihr Leben lang profitieren werden. Ist es nicht genau das, was man von einem perfekten Urlaub erwartet? Definitiv werden wir zurückkehren.

Travelhouse bedankt sich bei der Familie Moore aus Waterloo, Ontario für den tollen Reisebericht!

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Gastautor: Nicole Rosenberg
Gastautor: Nicole RosenbergProduct Manager Afrika bei Travelhouse

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