Bilderbuchwinter in Alaska und im Yukon

Bilderbuchwinter in Alaska und im Yukon

Saskia Weber, 7. August 2017

Vom Sommer in Alaska und im Yukon bin ich seit Jahren hell begeistert – im März 2017 hat mein erster Winterbesuch meine fantastischen Sommererlebnisse sogar noch übertroffen.

Nordlichter vom Feinsten

Der beste Ort um Nordlichter zu beobachten, ist fernab der Lichter jeglicher Ortschaften und Häuseransammlungen. Rund um Fairbanks und Whitehorse gibt es verschiedene Anbieter, welche gemütliche Yurten mit Heizung, Toilette und teilweise Panoramafenstern aufgebaut haben, um Nordlichterbeobachtungen Deluxe zu ermöglichen. Profis helfen mit wertvollen Tipps und Tricks beim Fotografieren. Wichtig ist eine passende Vordergrundkulisse, z.B. Bäume, welche von den grün bis rosafarbenen Lichtern erleuchtet werden. An klaren, wolkenlosen Nächten zwischen Ende August und April hat man beste Chancen, die phänomenalen Lichter am Himmel zu bewundern.

Nordlichterbeobachtung in Wiseman

Nordlichterbeobachtung in Wiseman

Mein Tipp: 10-tägige Mietwagenrundreise ab Fairbanks bis Anchorage «Best of Alaska’s Winter»

Hundehecheln und knirschender Schnee

Huskies an ihren Schlitten anzuschirren ist eine echte Challenge. Die Hunde sind so heiss drauf, den Schlitten durch die verschneite Winterlandschaft zu ziehen, dass sie keine Geduld haben zu warten, bis das Geschirr korrekt sitzt. Die Hunde kennen den Ablauf genau und geben unerfahrenen Mushern wie mir sogar schon die Pfote, damit ich diese schneller durch die Schlaufe schiebe. Kaum löst der Musher die Bremse am Schlitten, düsen sie los. Ausser dem Hecheln der Hunde und Knirschen des Schnees hört man nur noch das Rasen des eigenen Herzens. Meine erste Fahrt als Musher gehört zu einer der eindrücklichsten Alaska-Erlebnisse – ich freue mich schon jetzt riesig auf die nächste Gelegenheit, die unglaubliche Kraft und Energie der Hunde zu spüren.

Hundeschlittenfahren nahe Fairbanks

Hundeschlittenfahren nahe Fairbanks

Mein Tipp: 7-tägige Winterreise ab/bis Fairbanks «Alaska Winter Experience»

Einsamkeit pur auf dem Dalton Highway

Der Dalton Highway ist ein Wildnis-Abenteuer der Extraklasse. Er beginnt in Livengood, 135 km nördlich von Fairbanks, und endet 800 km weiter nördlich in Prudhoe Bay am Meer. Die Strasse ist zu 75% eine ungeteerte Naturstrasse, praktisch ohne Handy-Empfang, welche nur mit einem gut ausgerüsteten 4×4 Fahrzeug befahren werden kann. Um die idyllische Winterlandschaft in vollen Zügen geniessen zu können empfehle ich, diese Reise nur mit einem Fahrer in einer Gruppe zu unternehmen. Ursprünglich in den 70er Jahren als Zufahrtsstrasse zu den Ölfeldern gebaut, gehört die Strasse für mich zu den touristischen Höhepunkten Alaskas. Spektakuläre Wildnis-Panoramen, weite Tundra-Landschaften gefolgt von eindrücklichen Bergkulissen, arktische Füchse und ab und zu ein Blick auf das Wunderwerk der Trans-Alaska-Pipeline prägen diese Region. Wer die Einsamkeit liebt und gerne spannende Geschichten der lokalen Bevölkerung hört, ist hier genau richtig. Gekrönt wird die Reise in den Norden mit der Überquerung des Polarkreises. Ab Ende August ist die Region eine der besten Orte weltweit, um die Nordlichter zu bewundern.

Mein Tipp: 13-tägige Mietwagenrundreise ab/bis Fairbanks «Alaska Winter Dream»

Knusprig gebratener Fisch eine Stunde nach Fang – frischer geht nicht

Ein beliebtes Hobby der Alaskaner im Winter ist Eisfischen. Wer sich jetzt frierende Menschen in der Wildnis vorstellt, liegt komplett daneben. Eisfischen ist eine sehr gemütliche, entspannende Aktivität. In die dicke Schnee- und Eisdecke auf dem See werden Löcher gebohrt. Zum Eisfischen muss das Eis mindestens 122cm dick sein, 244-366 cm sind die Anforderungen, damit ein Auto nicht einbrechen kann. Rund um die Löcher werden gemütliche Holzhäuschen mit Sitzbänken aufgebaut, welche mit einem Ofen beheizt werden. Der gefangene Fisch kann draussen auf dem Eis natürlich gekühlt werden und wird am besten gleich zum Mittagessen frisch mit etwas Meersalz angebraten. Wer es lieber noch einsamer mag, fährt mit dem Schneemobil weiter über den See und baut sich sein Zelt mitten in der Wildnis auf, bohrt ein Loch in den See und wird höchstens noch von einem neugierigen Elch besucht.

Eisfischen mitten auf dem See bei Fairbanks

Eisfischen mitten auf dem See bei Fairbanks

Mein Tipp: 7-tägige Winterreise ab/bis Fairbanks «Alaska Winter Experience»

Yukon Quest – Adrenalin pur für die ganze Bevölkerung

Adrenalin Junkies sind beim Yukon Quest bestens aufgehoben. Bis zu 50 Musher messen sich jedes Jahr auf 1600 Kilometern zwischen Whitehorse im Yukon und Fairbanks in Alaska – das härteste Hundeschlitten-Rennen der Welt ist nichts für schwache Nerven. Das Rennen findet bei jedem Wetter statt und führt während 9 bis 14 Tagen quer durch die winterliche Wildnis. Unterwegs werden Checkpoints eingerichtet, zu welchen die Musher das Hundefutter im Voraus liefern lassen. Das Hundefutter gehört zum grössten Gewicht auf dem Schlitten. Jeder Hund wird zudem vor dem Rennen physisch untersucht. Üblicherweise rennen die Hunde 4 Stunden am Stück, gefolgt von einer 4-stündigen Pause. Dawson City liegt in der Mitte des Rennens, hier müssen Musher und Hunde während 36 Stunden eine Pause einlegen. Dies ist der einzige Ort, wo auswärtige Hilfe für die Musher erlaubt ist, während dem Rest des Rennens sind sie auf sich alleine gestellt. Der Yukon Quest ist ein wichtiges Erlebnis für die Alaskaner und Yukoner, welche eifrig mitfiebern und an den Checkpoints gerne mit den Mushern in Kontakt kommen. Wer die tolle Atmosphäre gerne selber miterleben möchte, ist am besten beim Start, bei Ankunft der ersten Musher in Dawson City und beim Eintreffen der Gewinner am Endpunkt mit dabei.

Yukon Quest – das härteste Hundeschlittenrennen der Welt

Yukon Quest – das härteste Hundeschlittenrennen der Welt

Mein Tipp: 8-tägige Gruppenrundreise ab/bis Whitehorse «Yukon Quest Dog Sledding»

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Saskia Weber
Saskia WeberProduct Manager Nordamerika bei Travelhouse

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