Jersey – Die Erholungsinsel im Ärmelkanal

Jersey – Die Erholungsinsel im Ärmelkanal

Janine Hunziker, 25. Juli 2017

Der Anflug auf die Insel Jersey ist bereits ein Highlight. Noch über der Küste ist erkennbar, wo die Insel auf der Nordseite endet. Das ist definitiv die kleinste Destination, die ich bis anhin gesehen habe. Dabei ist Jersey die grösste Kanalinsel – Guernsey ist noch mal einiges kleiner. Von Sark gar nicht erst zu sprechen.

Auf dem Parkplatz der Autovermietung trifft uns der Schlag. Unser Mietwagen muss das grösste Auto auf der ganzen Insel sein. Schnell wird klar, dass das eine wahre Herausforderung ist. Enge Strassen und noch engere Kurven zwingen uns zum Ausweichen oder mehrmaligem Zurücksetzen. Dabei wäre das Busnetz eine gute Alternative gewesen. Auf Jersey verkehren die öffentlichen Busse im Stunden- auf Guernsey im Halbstunden-Takt. Zudem gibt es Buspässe, die je nach Bedarf mehrere Tage gültig sind.

Charmante Städtchen und historische Ruinen

Wir checken in unser Hotel Somerville in St. Aubin ein, das die nächsten vier Tage unser Zuhause ist. Ein charmantes Country House der 4*-Kategorie, erhöht über der Promenade gelegen mit wunderbarer Sicht auf die Bucht.

Hotel Somerville

Das wunderschöne Hotel Somerville an herrlicher Lage

Im Vergleich zum verschlafenen kleinen St. Aubin, wo nur die Promenade das Zentrum des Ortes bildet, gefällt mir die lebhafte Hauptstadt St. Helier noch besser. Geschäftiges Treiben herrscht in den schmalen gepflasterten Gassen – ausser am Sonntag, der wirklich noch als Ruhetag gilt.

Nach St. Helier haben sich mittlerweile ein paar der grösseren britischen Firmen wie Costa Coffee, WHSmith oder Marks & Spencer verirrt. Im kleineren St. Peter Port, dem Hauptort auf Guernsey, suchen wir später vergeblich nach den uns bekannten Läden. Das macht es aber umso spannender durch die kleinen Boutiquen zu stöbern. Souvenirshops sind kaum zu finden. Eine angenehme Abwechslung, sind die Kanalinseln doch nicht so touristisch wie andere Destinationen.

Dafür muss man für das eine oder andere Souvenir etwas länger suchen. Am besten nutzt man die Chance in den Shops bei den Sehenswürdigkeiten. Zum Beispiel im Mont Orgueil Castle in Gorey an der Ostküste Jerseys. Die grösste Burganlage auf Jersey liegt heute in Ruinen. Dennoch beschäftigt sie uns einige Stunden, um jeden Winkel zu erkunden.

Mont Orgueil Castle

Das Mont Orgueil Castle mit Blick über das idyllische Fischerdorf Gorey

Zweiter Weltkrieg und die Kanalinseln

Ursprünglich Teil der Normandie waren die Inseln umkämpfte Besitztümer mitten im Ärmelkanal. Mehrmals wechselte der Kronbesitz zwischen Frankreich und Grossbritannien. Der 2. Weltkrieg hinterliess wohl die grössten Narben. Grossbritannien hob den Schutz auf, unter dem die unabhängigen Inselstaaten stehen. Kurz darauf wurden die Inseln von den Deutschen eingenommen. Noch heute sind die Erlebnisse stark verankert. Wir entdecken alte Wehranlagen und Schutzbunker und jede Insel bietet ihr eigenes Museum zum Thema.

Ein beeindruckender Besuch sind die Jersey War Tunnels, die die 5 Jahre der Okkupation detailliert aufarbeiten. Zu Recht wird das Museum als Top-Attraktion auf der Insel bezeichnet. Unzählige Ausstellungsstücke und Zeugenberichte führen uns die prekäre Situation anschaulich vor Augen und berühren uns emotional.

Für Feinschmecker und Schleckmäuler

Nach diesem aufwühlenden Besuch brauchen wir ein wenig Ablenkung. Unser Weg führt uns nach St. Brelade’s Bay mit einem der schönsten Strände Europas. Hier geniessen wir in der Crab Shack ein ausgezeichnetes Mittagessen mit Frischem aus dem Meer. Dank seiner Nähe zu Frankreich orientiert sich auch die Küche in diese Richtung und man isst auf den Kanalinseln hervorragend. Haute Cuisine ist genauso zu finden wie typisch britische Pub-Mahlzeiten.

Die St. Brelade's Bay mit einem der schönsten Strände Europas

Die St. Brelade’s Bay mit einem der schönsten Strände Europas

Wo möglich wird lokale Kost serviert. Eine Spezialität sind die Kartoffeln auf Jersey, die einen ganz besonderen Geschmack haben. Auch die Milch auf Jersey schmeckt anders dank eigener Kuh-Rasse. Das wichtigste Gourmet-Souvenir ist die Jersey Black Butter, eine Butter die mit Zusätzen von Äpfeln, Lakritze, Gewürzen und Cider hergestellt wird – der einzigartige Geschmack ist auch in Form von Shortbread erhältlich. Auf Guernsey finden wir auch etwas für Schleckmäuler, das auf der Insel hergestellte Guernsey Cream Fudge in verschiedensten Geschmacksrichtungen.

Sehenswürdigkeiten auf Jersey

Ein weiteres Muss auf unserer Checkliste bildet der Besuch des Wahrzeichens auf Jersey, dem Corbière Lighthouse. Bei Ebbe ist die kleine Insel zu Fuss erreichbar. Wer möchte, erreicht die Küste mit dem Bus. Wir wählen allerdings den «traditionellen» Weg – zu Fuss über den Corbière Walk, der in St. Aubin startet. In ca. 1,5 Stunden durchqueren wir Wälder mit ganz besonderen Pflanzen, entdecken wilde Kaninchen und geniessen ausgezeichnetes Wetter. Belohnt wird unser Marsch mit dem fantastischen Blick auf den kleinen Leuchtturm vor der Landspitze und einem erfrischenden Getränk im Corbière Restaurant.

Zu wenig Zeit bleibt für den Besuch der zahlreichen Gärten. Ein Muss wäre der Besuch der Lavender Farm, wo Lavendel für alle möglichen Produkte angebaut wird. Doch das spare ich mir für den nächsten Besuch auf. Genauso wie den Sprung ins kalte Nass und die Entspannung mit einem guten Buch am Hotelpool. Denn auch wenn es in der kurzen Zeit nicht so gewirkt hat, die Kanalinseln sind eine Erholungs-Destination, wo man mit gutem Gewissen auch mal die Seele baumeln lassen kann.

Janine Hunziker
Janine HunzikerProduct Manager Nordeuropa bei Travelhouse

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