Vietnam und Kambodscha – eine Reise in die Geschichte

Vietnam und Kambodscha – eine Reise in die Geschichte

Marino Picciati, 5. Juni 2012
Marino Picciati zwischen den Mauern des Angkor Wat Tempels

Marino Picciati zwischen den Mauern des Angkor Wat Tempels

Es war schon immer ein grosser Wunsch von mir, diese beiden Länder zu bereisen. Einerseits weil mich die turbulente Vergangenheit der beiden Länder interessierte und andererseits weil diese beiden Länder im südasiatischen Raum touristisch noch nicht so erschlossen sind wie z.B. Thailand.

Mit grossen Erwartungen habe ich mich in das Abenteuer Indochina gestürzt und wurde nicht enttäuscht. Obwohl der Tourismus an manchen Orten noch in den Kinderschuhen steckt, findet man fast überall eine komfortable Unterkunft.

Vietnam

Als am 30. April 1975 der Vietnamkrieg durch die Eroberung der Stadt Saigon durch nordvietnamesische Truppen beendet wurde und der unabhängige Staat Vietnam ausgerufen wurde, hat sich in diesem Land einiges getan. Viele hätten es nicht für möglich gehalten nachdem grosse Teile des Landes in Schutt und Asche lagen. Die fleissige Bevölkerung hat es jedoch geschafft in etwas mehr als 30 Jahren das Land wieder aufzubauen.

Der Norden

Meine Reise beginnt nach einem 14-stündigen Flug in Hanoi, der politischen Hauptstadt im Norden Vietnams. Die pulsierende Hauptstadt hebt sich durch das bunte Treiben auf den Strassen und Gassen ab. Die noch fast intakte Altstadt mit ihren baumgesäumten Boulevards erinnert noch stark an die französische Vergangenheit des Landes. Abends bin ich gerne zu Fuss durch die Altstadt gepilgert um eines der vielen guten Restaurants aufzusuchen. Die hunderttausend Motorräder, welche die Strassen füllen, sind gewöhnungsbedürftig. Da gilt bei Strassenüberquerungen jeweils das Motto «Augen zu und durch». Fast alle Häuser sind im Kolonialstil erbaut. Der Besuch des Ho Chi Minh Mausoleums war beeindruckend. Auch heute noch pilgern täglich Tausende von Vietnamesen an diesen Ort. Die drei Tage welche ich für Hanoi eingeplant hatte, verbrachte ich mit dem Besuch zahlreicher Tempel und Museen. Danach ging meine Reise weiter Richtung Halong Bay.

Die Halong Bucht. UNESCO-Weltnaturerbe in Vietnam

Die Halong Bucht. UNESCO-Weltnaturerbe in Vietnam

Nach einer dreistündigen Taxifahrt erreichte ich um die Mittagszeit die weltbekannte Bucht. Das UNESCO-Weltnaturerbe beeindruckt durch seine mehr als 2‘000 Kalksteinfelsen. Meine kühnsten Erwartungen wurden übertroffen. Damit man jedoch die Halong Bay in seiner vollen Grösse bestaunen kann muss man unbedingt eine zweitägige Schifffahrt auf einer Dschunke machen. Es gibt nichts Schöneres. Zuerst hatte ich einige Bedenken, da ich nicht wusste, ob mein Magen dem ständigen Hin und Her auf dem Wasser gewachsen war. Diese Befürchtung erwies sich als unnötig. Das Wasser ist ruhiger als auf dem Vierwaldstättersee. Am Nachmittag stand die Besichtigung eines Fischerdorfs auf dem Programm, welches auf dem Wasser erbaut wurde. Ein feines Nachtessen bei Sonnenuntergang und die Übernachtung bei sternenklarem Himmel mit abgestelltem Motor rundeten die perfekten zwei Seetage ab.

Die Mitte Vietnams

Mit voller Begeisterung nach dem Besuch der Halong Bay führte mich meine Reise mit dem Flug nach Danang in die Mitte Vietnams. Ich erreichte Danang nach einem 45 minütigen Flug von Hanoi aus. Die Hafenstadt Danang war bis 1975 der wichtigste Stützpunkt der US-Armee während des Vietnamkrieges. In der Zwischenzeit hat sich Einiges getan. Aus dem Stützpunkt wurde ein wichtiger Hafen und Ferienort. Fünfsterne Hotels und Geschäftshäuser, welche alle nach dem Krieg erbaut wurden, erinnern durch deren Beleuchtung an Las Vegas.
Weiter fuhren wir in Richtung Hoi An: Ein weiteres UNESCO Weltkulturerbe. Das kleine Städtchen wurde, im Gegensatz zu Danang, zum Glück vom Krieg verschont. Die Hafenstadt erlebte zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert eine prosperierende Zeit. Europäische, Chinesische und Japanische Handelsleute liessen sich hier nieder. Die Altstadt erinnert stark an ein Freilichtmuseum. Da die Altstadt Auto- / und Motorradfrei ist, kann man gemütlich an verschiedenen Seiden-Boutiquen entlang flanieren und sich in einem der verschiedenen Restaurants kulinarisch verwöhnen lassen. Nach drei erlebnisrechen Tagen in Hoi An fuhren wir über den Wolkenpass, von wo man eine atemberaubende Aussicht aufs Meer hat, weiter Richtung Hue. Die ehemalige Kaiserstadt und Sitz der letzten regierenden Herrscherdynastie erreichte ich im Verlauf des Nachmittags. Die imposante Zitadelle, in welcher sich auch die verbotene Stadt befand, die während dem Krieg zerstört wurde, ist nach dem Vorbild in Peking gebaut worden und ist seit 1993 UNESCO Weltkulturerbe.

Das Städtchen Hoi An

Das Städtchen Hoi An

Der Süden

Nach dem Morgenessen verliess ich die schöne Stadt Hue, um den nahegelegenen Flughafen zu erreichen. Das nächste Abenteuer war angesagt. Ich erreichte Saigon am frühen Vormittag. Saigon oder Ho Chi Minh, wie die Stadt nach dem Krieg benannt wurde, ist die grösste und wichtigste Stadt Vietnams. Nach einem feinen Essen mit Nudelsuppe und Chicken besuchte ich das noch intakte Postgebäude von Saigon, welches im Kolonialstil erbaut wurde. Die Hauptpost wurde zu Recht zum schönstes Postgebäude Asiens gekürt. Weiter ging es ins Kriegsmuseum. Die unzähligen Fotos, welche von Kriegsreportern geschossen wurden, dokumentieren eindrücklich die Grausamkeiten des Vietnamkriegs. Umso erstaunlicher ist es, mit welchem Respekt und welcher Freundlichkeit, auch Amerikanern gegenüber, man überall in Vietnam empfangen wird. Nach diesem eher traurigen Besuch freute ich mich auf den Abend in der pulsierenden Metropole. Ich ging zu Fuss zum Nachtmarkt und fand das tolle Openair Restaurant «Barbeque Garden». Die Mitte des Tisches bestand aus einem Grill, auf dem man das bestellte Fleisch sowie Meeresfrüchte selber grillieren konnte. Nach dem feinen Essen begab ich mich in das Jazz Cafe «Jazz’n‘Art». Dieses Lokal kann ich jedem Saxophon-Liebhaber empfehlen. Der international bekannte Saxvirtuose Tran Manh Tuan spielt in seinem Lokal jeden Abend mit verschiedenen nationalen und internationalen Gästen. Am nächsten Morgen stand der Besuch des Präsidentenpalastes auf dem Programm. Danach reiste ich mit dem Auto weiter Richtung Mekong. Die Mutter aller Flüsse in Asien.

Der Mekong erstreckt sich von seiner Quelle im tibetischen Hochland über eine Strecke von 4500 km bis er in Vietnam im südchinesischen Meer mündet. Die wunderschöne Gegend lässt sich am besten mit dem Boot bestaunen. Ein kleines Fischerboot fuhr mich entlang von malerischen Fischerdörfern zum schönsten schwimmenden Markt. Hier werden Fische, Gemüse und Obst von Fischkutter zu Fischkutter verkauft. Ein einmaliges Erlebnis. Mit etwas Glück darf man auch ein solches Fischerboot besichtigen. Die ganze Familie lebt auf dem Boot, welches zugleich auch als Marktstand fungiert. Das Wohl von Millionen von Menschen ist auf Gedeih und Verderben mit dem Schicksal des Flusses verbunden. Ich übernachtete in Can Tho im Hotel «Victoria Resort». Das Hotel liegt an einem Seitenarm des Mekongs und ist der ideale Ausgangsort für viele Ausflüge.

Am nächsten Morgen ging’s nach Chau Doc weiter. Nach der Besichtigung eines kleinen islamischen Dorfes mit einem kleinen Fischerboot übernachtete ich ein weiteres Mal im Mekong Delta. Mit einem Schnellboot fuhr ich danach zu früher Morgenstunde weiter nach Kambodscha. Die vierstündige Fahrt war kurzweilig und bot viele schöne Fotosujets. Die Zollformalitäten werden im Boot erledigt und nach einem kurzen Stopp im Zollgebäude reiste ich weiter Richtung Phnom Penh, die Hauptstadt Kambodschas.

Kambodscha

Nach der Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Frankreich im Jahre 1953 folgten jahrzehntelange Bürgerkriege, die viele Opfer in der Bevölkerung forderten und schwere Schäden in der Wirtschaft hinterliessen. Auch der Vietnamkrieg und die Diktatur der Roten Khmer von 1975 bis 1979 brachten dem Land wirtschaftlichen Verfall. Zweiunddreissig Jahre nach dem Bürgerkrieg konnte sich Kambodscha erholen und die Wirtschaft sowie der Tourismus blühen langsam wieder.

Um die Mittagszeit erreichte ich mit dem Boot die Hauptstadt. Nach dem Bezug eines Hotelzimmers im schönen Boutique Hotel «Villa Langka»besichtigte ich den Königspalast und die Silberpagode. Ein wahres Erlebnis, da die ganze Anlage noch intakt ist. Die Bodenplatten aus massivem Silber sowie eine 90 kg schwere aus purem Gold gegossene Buddha Figur in der Silberpagode lassen den einstigen Reichtum des Landes erahnen. Abends wurde ich mit dem Tuk Tuk ins Stadtzentrum chauffiert, in dem man am Fluss entlang spazieren und sich in einem der vielen Restaurants mit Khmer Spezialitäten verköstigen lassen kann. Nach einer ruhigen Nacht stand die Besichtigung des Nationalmuseums auf dem Programm. Das Museum beherbergt eine Sammlung von Kunstwerken aus der Angkor Zeit.

Am Nachmittag stieg ich ins Flugzeug Richtung Siam Reap. Siam Reap ist der Ausgangspunkt zur Besichtigung der Tempelanlagen um Angkor Wat. Ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe.

Nach einem üppigen Morgenessen ging’s los. Mit dem Tuk Tuk fuhr ich zum Angkor Thom danach weiter zum Angkor Wat Tempel. Frühes Aufstehen lohnt sich hier auf jeden Fall, da man die Tempelanlagen ohne allzu viele Touristen besuchen kann. Die ganzen Tempelanlagen sind in einem sehr guten Zustand und sind auch für Nichtarchäologen ein wahres Highlight. Ich empfehle auch den Besuch des kleinen Tempels Banteay Srei. Durch Schweizer Mithilfe wurde dieser Tempel sehr schön restauriert. Zum Schluss ist die Besichtigung von Ta Prohm ein Muss. Der Tempel ist zum Teil noch vom Dschungel umschlungen. Indiana Jones Feeling ist hier garantiert.

Der Ta Prohm Tempel

Der Ta Prohm Tempel

Nach drei erlebnisreichen Tagen neigt sich meine Reise langsam dem Ende zu. Ich habe beschlossen, nicht mit dem Flugzeug nach Bangkok zu reisen, sondern auf dem Landweg. Das gab mir die Möglichkeit die «4 Rivers Floating Lodge» kennenzulernen. Eine wahre Oase für Ruhesuchende und Naturliebhaber. Das auf einem Fluss gelegene schwimmende Resort bietet die Möglichkeit den Dschungel näher kennenzulernen oder aber im sauberen warmen Wasser des Flusses zu baden. Ein richtiger Geheimtipp!

«4 Rivers Floating Lodge» - schwimmendes Resort

«4 Rivers Floating Lodge» – schwimmendes Resort

Mit dem Boot fahre ich übermorgen weiter Richtung Thailand. Die gesamte Reise war ein voller Erfolg. Ich konnte viele neue Aspekte der asiatischen Mentalität kennenlernen. Ich kann mich auch nicht erinnern derart viele UNESCO-Weltkultur- und Naturerben in so kurzer Zeit gesehen zu haben. Reisen Sie nach Vietnam und Kambodscha. Es lohnt sich!

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Weitere Weblinks zum Thema:

Reiseberichte zu Vietnam auf www.wir-sind-dann-mal-weg.com

Reiseberichte zu Vietnam von Tino auf www.tinontour.com

Reisebericht zu Vietnam von Denise und Karsten auf surfstar.rtwblog.de

Reisebericht zu Vietnam von Patrick auf www.101places.de

Reisebericht zu Vietnam auf ichweisswo.blogspot.ch

Reisebericht zu Vietnam auf thrones.rtwblog.de

Vietnam Fotos auf www.pinterest.com

Informationen zu Vietnam auf wikipedia.org

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