Reise-Reporter Katja Birrer & Walter Schärer: «Faszination Atacama — trockenste Wüste im Norden Chiles»

Reise-Reporter Katja Birrer & Walter Schärer: «Faszination Atacama — trockenste Wüste im Norden Chiles»

Reise-Reporter, 28. Mai 2013

Sie gilt als trockenste Wüste der Welt, aber diese Tatsache beeindruckt an und für sich noch nicht (denn eigentlich sind doch alle Wüsten trocken, oder etwa nicht?). Hat man dann aber die Atacama-Wüste mal mit all ihren Facetten erkundet, so ist man ob all der bizarren Formen und atemberaubenden Landschaften einfach nur noch hin und weg…

Die Atacama-Wüste erstreckt sich der Pazifikküste Südamerikas entlang und reicht an die Grenze zu Peru im Norden bis hin zu den Grenzen Boliviens und Argentiniens im Westen. Obwohl die Klimaschwankungen letztes Jahr (2012) zu grossen Überschwemmungen geführt haben, gibt es da Orte, an denen jahrzehntelang(!) kein Regen registriert wurde!

Katja Birrer & Walter Schärer in der Atacama-Wüste

Katja Birrer & Walter Schärer in der Atacama-Wüste

Einmal mehr voller Erwartung und Tatendrang landen wir also in diesem Glutofen, genau genommen in der Minenstadt Calama. Während wir in Patagonien unsere Rallye-Künste selber unter Beweis stellen konnten, liessen wir uns im Norden Chiles von einem Guide unserer noblen Unterkunft, dem Awasi Hotel abholen. Wer möchte denn schon in der trockensten Wüste der Welt verloren gehen? Und Pneus hatten wir schliesslich auch schon genügend gewechselt…

Unser Guide Jorge ist die Frohnatur in Person. Er ist in Calama aufgewachsen und scheint die Wüste wie seine eigene Westentasche zu kennen. So kommt es natürlich nicht überraschend, dass er ab und zu mit seinem 4×4 Pick-Up Typ «Doble Cabina» die Hauptstrasse in Richtung Oasenstadt San Pedro de Atacama verlässt, um uns einzigartige Aussichtspunkte in der Wüste zu zeigen.

San Pedro de Atacama ist ein 2’000-Seelen-Dorf und liegt auf ca. 2’400 m.ü.M. Es ist der Ausgangspunkt zu so vielen Touristenattraktionen in der Wüste und wird von mehreren Vulkanen umgeben. Der wohl auffälligste ist der Licancabur, der mit einer stolzen Höhe von 5’916 m strotzt und immer wieder aus verschiedenen Blickwinkeln ersichtlich ist.

Atacama-Wüste mit dem Vulkan Lincancabur

Atacama-Wüste mit dem Vulkan Licancabur

In der Atacama-Wüste gibt es überwältigende Exkursionsmöglichkeiten

Geysire «El Tatio»

Ein beeindruckendes Naturschauspiel erlebt man bei Sonnenaufgang bei den Tatio-Geysiren. Auf der rund 4’300 m hohen Ebene sprudeln mehrere heisse Quellen aus dem Inneren der Anden. Aufgrund der 80 °C heissen Quelle entstehen spektakuläre Dampffontänen, die bis zu mehrere Meter hoch werden.

Um dieses Spektakel zu erleben, mussten wir um 05:00 Uhr aus den Federn, denn die Fahrt zu den Geysiren dauert ca. 2 Stunden und nach 9 Uhr nimmt das Schauspiel langsam ab, da der Temperaturunterschied zwischen Quelle und Erdoberfläche abnimmt und der Wind den Dampf zerstreut.

Aber es lohnt sich auf jeden Fall! Diesen Ausflug darf man einfach nicht verpassen! Aber schön warm anziehen! Morgens war es grad mal knapp -6 °C ! … (Ja, das ist ein «Minus»!) Das ist selbst für kälteerprobte Schweizer kühl, zumal es ja dort Sommer ist! Später wird es dann über 20 °C warm, man halte sich also an das altbewährte Zwiebelprinzip.

Tatio Geysers bei Sonnenaufgang

Tatio Geysire bei Sonnenaufgang

Baden in der Laguna Cejar

Etwas gemütlicher, aber nicht weniger faszinierend, geht es bei den Lagunen zu und her. Der Salar de Atacama liegt auf 2’300 m. Mit einer Fläche von 3’000 m² gehört er zu den grössten Salzseen der Erde. Mit all seinen Salzkristallen, die wie Diamanten leuchten und den erdfarbenen Tönen und blauem Himmel ergibt das einfach ein sensationelles Bild!

Baden ist hier allerdings nicht erlaubt, denn die stark mineralhaltigen Lagunen sind der Lebensraum von Flamingos und anderen Vogelarten. Dafür liessen wir es uns nicht entgehen, in der Laguna Cejar ein Bad zu nehmen und aufgrund des sehr hohen Salzgehaltes das Gefühl von Floaten zu erleben.

Das Salzwasser ist siebenmal dichter als unser «gewöhnliches» Süsswasser, man treibt wie ein Korken auf dem Wasser. Einfach traumhaft!

Salar, Salzsee

Salar, Salzsee

Valle de la luna & Valle de la muerte

Eines der bekanntesten und meist besuchten Täler ist das «Mondtal» oder auf Spanisch «Valle de la luna». Der Name des Tales kommt nicht von ungefähr… Die Landschaft erinnert nämlich an eine von Kratern geprägte Mondlandschaft und bietet ein atemberaubendes Schauspiel mit den bizarren Formationen aus Salzgestein. Zu den bekanntesten Figuren gehört die Salzformation «Las Tres Marias» (Die drei Marien). Ok, ein bisschen Fantasie braucht’s natürlich schon…

Ebenso populär ist eine grosse Sanddüne am Rande des Mondtals, von wo man eine herrliche Aussicht auf das Death Valle (Valle de la muerte) geniessen kann. Am späteren Nachmittag sammeln sich alle Touris, um den spektakulären Sonnenuntergang zu bewundern.

Aber unser Guide Jorge wusste natürlich, an welcher Ecke der Düne wir den Gleichgesinnten ausweichen konnten, um den Sonnenuntergang ungestört geniessen zu können :-)

Salzformation Las Tres Marias im Valle de la Luna der Atacama-Wüste

Salzformation Las Tres Marias im Valle de la Luna der Atacama-Wüste

Sterngucken

Wer schon mal in der Wüste war, weiss, dass man nirgends einen eindrucksvolleren Sternenhimmel sehen kann als inmitten von Nichts. Optimale Bedingungen zur Beobachtung der Sterne bietet natürlich auch die Atacama-Wüste.

Viele internationale und namhafte Forschungseinrichtungen haben hier ihre Observatorien eingerichtet. Während unserem Aufenthalt wurde gerade das «Atacama Large Millimeter/submillimeter Array» (ALMA) eröffnet. Das Observatorium ALMA beobachtet den Kosmos allerdings in einem Licht, das für das menschliche Auge unsichtbar ist.

Aber keine Angst, auch mit einem «normalen» Teleskop ist ein beeindruckendes und faszinierendes Erlebnis garantiert. Wir haben uns einen Abend auf die «Sterngucker-Tour mit Jorge» gemacht. Was für ein imposantes und unvergessliches Erlebnis!

Jorge erklärte uns wie, bzw. wo man das Kreuz des Südens (das kleinste, aber ein sehr auffälliges und bekanntes Sternbild) erkennen kann. Ausserdem konnten wir auch die zwei Magellan’chen Wolken erkennen, die kleine, unregelmässig geformte Begleiter unserer Galaxis sind.

Aber so richtig spannend wurde es, als wir durch das Teleskop auch die Ringe des Saturns und Monde des Neptuns erkennen konnten!! Mehrmals haben wir uns die Augen gerieben… Aber das Gefühl wurde nicht etwa durch Alkoholeinfluss oder Drogen getäuscht! Nein, durch Jorge’s kleines, portables Teleskop waren die Ringe tatsächlich sichtbar! Sprichwörtlich «himmlisch» und atemberaubend!

Unterkünfte in San Pedro de Atacama

Wie bereits erwähnt, haben wir in der Atacama-Wüste nichts anbrennen lassen und liessen uns zwei Tage im Luxus-Hotel Awasi von Relais & Chateaux verwöhnen. Ein weiteres, traumhaft schönes und stylishes Hotel, wo wir zwei weitere Tage verbrachten und das wir auch wärmstens empfehlen können, ist das «Alto Atacama».

Die Atacama-Wüste bietet Attraktionen in Hülle und Fülle und sorgt für eine unvergessliche Reise!

Travelhouse bedankt sich und empfielt

Dieser Bericht wurde erstmals auf reisememo.ch im Blog von Katja & Walter veröffentlicht und von Katja Birrer & Walter Schärer zur Verfügung gestellt. Weitere Infos findet ihr in ihrem Reiseblog. Vielen Dank an die zwei Reise-Reporter für den Reisebericht und die wahnsinnig tollen Bilder.

Ähnliche Angebote bietet auch Travelhouse an: Chile Rundreise «Magische Atacama-Wüste», das Awasi Hotel in Calama und die Alto Atacama Desert Lodge & Spa.

Reise-Reporter
Reise-ReporterTravelhouse Reise-Reporter sind Menschen, die genau so gerne reisen wie wir selbst und viel darüber zu erzählen haben. Wir freuen uns über jeden Reisebericht und Reisetipp!


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    Kommentare

  1. Matthias
    7. Juni 2013

    Ich fand den Artikel sehr interessant und habe mich an meinen Urlaub im Jahre 2006 erinnert gefühlt (leider viel zu lange her). Vielen Dank dafür. Ich war damals besonders von dem Farbenschauspiel beeindruckt, solch klare Farben und vorallem eine solche Farbenpracht hat mich verzaubert. Wir waren damals (mit Anfang 20) in einem kleinen Guesthouse in San Pedro und haben so auch von den Besitzern ein bisschen mehr über die Themen der Bevölkerung erfahren..

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