3 Wochen mit dem Zug durch China

3 Wochen mit dem Zug durch China

Lea Baumgartner, 17. Mai 2016

Mit den modernen und komfortablen Schnellzügen brausten wir mit bis zu 305 km/h durch die malerischen Landschaften Chinas und erhielten dazu einen etwas anderen Einblick in den chinesischen Alltag. Das gut ausgebaute Streckennetz ermöglichte es uns, quer durchs ganze Land zu fahren und dabei auf die Inlandflüge zu verzichten.

Unsere Reise startet in Beijing, die Hauptstadt und drittgrösste Stadt Chinas. Sobald wir die Passkontrolle um 06:00 Uhr Morgens hinter uns gebracht hatten, stürzten wir uns voller Vorfreude und Neugier in unser dreiwöchiges Abenteuer.

Beijing:
Ist eine chinesische Grossstadt mit ca. 12 Millionen Einwohner und zu vielen Autos. Aber in den knapp fünf Tagen, die wir in dieser faszinierenden Stadt verbringen konnten, lernten wir auch andere Facetten kennen. Beeindruckend sind natürlich die vielen weltbekannten Sehenswürdigkeiten, nirgendwo sonst findet man so viele bedeutsame Kulturdenkmäler auf so engem Raum versammelt. Die Verbotene Stadt, die Chinesische Mauer, der Sommerpalast und der Himmelstempel entführen uns in eine andere Zeit.

Beijing Himmelstempel

Beijing Himmelstempel

Die weniger bekannten Perlen sind jedoch genau so sehenswert! Wir schlenderten durch die alten Gassen der Hutongs, beobachteten in den Parks die ältere Bevölkerung beim Morgensport, nahmen an einer Teezeremonie teil, und erkundeten den Nachtmarkt in der Fussgängerzone. Das trendigen Viertel Salintun, die modernen Einkaufszentren und Bars, sowie das Olympiagelände nehmen uns aber auch mit in das moderne Beijing. Dann stand unsere erste Bahnfahrt an, von Beijing nach Xian sind es ca. 1200 km die mit dem Schnellzug mit bis zu 305 km/h in knapp 6 Stunden zurückgelegt werden.

Xi’an die traditionelle:
Xian ist eine ehemalige Haupt- und Kaiserstadt und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Sie gilt als Chinas Tor zum Westen und ist der Anfangspunkt der legendären Seidenstrasse. Innerhalb der Stadtmauern ist Xian noch sehr traditionell und die Sehenswürdigkeiten können gut zu Fuss erreicht werden.

Nach dem Besuch eines lokalen Gemüsemarktes fuhren wir zur Terrakotta Armee. Wir bestaunten die Tonkrieger und sind noch heute fasziniert von ihren individuellen Gesichtern. Gegen den Nachmittag ging es zurück ins Stadtzentrum und wir starteten unsere Entdeckungstour im islamischen Viertel. Die vielen kleinen Shops bieten tolle Souvenirs an, handeln gehört dazu! An den verschiedenen Essensständen, kann man auch ungewöhnliche Speisen probieren, wenn man sich traut. Der Glocken – und Trommelturm sind am Abend speziell beleuchtet und bieten einen tollen Ausblick über das Viertel. Ein Highlight war die grosse Moschee, die mit ihrem arabisch / asiatischen Baustilmix überzeug. Hier kann man sich bis am späten Abend versäumen.

Während des Spaziergangs auf der alten Stadtmauer mit  ihren gewaltigen Steinquadern und Wachtürmen, genossen wir die Aussicht über die Stadt. Wer will, kann sich ein Fahrrad mieten und so grössere Strecken auf der Mauer zurücklegen. Der Besuch der kleinen Wildganspagode ist sehr empfehlenswert, auf dem Gelände wird auch ein halbstündiger Crashkurs in chinesischer Kalligraphie angeboten. Das angrenzende Museum Shaanxi bietet einen interessanten Einblick in das alte Kunsthandwerk und der dazugehörige Park lädt zum Verweilen ein.

Lea auf der Stadtmauer

Lea auf der Stadtmauer

Die 1400 km von Xian nach Shanghai legten wir in ca. 14 Stunden mit dem Nachtzug zurück.

Die Stadt der Gegensätze, Shanghai:
Shanghai ist mit mehr als 15 Millionen Einwohnern eine der grössten Städte der Welt. Dazu befindet sich das zweithöchste Gebäude der Welt, der Shanghai Tower, in der bekannten Skyline, die sich vor der in Manhattan nicht verstecken muss! Im Altstadtviertel dagegen erlebt man noch das alte chinesische Flair, das einen in die Vergangenheit entführt.

Shanghai hat viele Facetten! Wir besuchten den buddhistischen Longhua Tempel, der mit einer Geschichte von 1700 Jahren, einer der ältesten Tempel Shanghais ist. Als Kontrastpunkt folgte die Aussichtsplattform des Shanghai World Financial Center mit prachtvoller Aussicht über die Stadt. Nach einem Spaziergang an der Hafenpromenade «The Bund», schlenderten wir durch die bekannte Nanjing Road, wo sich teure Edelboutiquen neben modernen Kaufhäusern und bekannten Markenstores reihen.

Wenn einem der Trubel in der Stadt zu viel wird, ist ein Besuch im Yu Garten genau das richtige, um die Seele ein wenig baumeln zu lassen. Er stammt aus der Ming-Zeit und ist ein gutes Beispiel für die traditionelle chinesische Gartenbaukunst. Ein Spaziergang durch die schmalen Gassen der Altstadt, ein bisschen Abseits des Tourismus, bietet auch einen tollen Einblick in das traditionelle China.

Das ehemalige französische Viertel, das mittlerweile als Ausgehviertel bekannt ist oder die Akrobatik Show in der Circus World, sind als Abendprogramm zu empfehlen und gut mit der U-Bahn zu erreichen.

Von Shanghai ist es eine knapp zwei stündige Zugfahrt nach Hangzhou.

Die Stadt des Himmels Hangzhou:
Liegt am malerischen Westsee und zieht mit seinem klaren Wasser, den grünen Bergen, den duftenden Blumen und üppigen Wäldern jährlich viele Touristen an.

Hangzhou Westsee

Hangzhou Westsee

In jeder Jahreszeit bietet das Wunderland am West Lake eine andere Stimmung und tolle Fotomotive. Im Frühling sind die Teiche mit Pfirsichblüten umsäumt und im Sommer ragen prächtige Lotusblüten aus dem Wasser. Im Herbst ist die Luft vom Duft der Osmantusblüten erfüllt, und im Winter stehen die Winterkirschen in voller Blüte. Bereits Marco Polo rühmte Hangzhou als «Die Stadt des Himmels, die schönste und prachtvollste Stadt der Welt».

Hangzhou bietet aber auch mehr, Shopping und Handeln in der Hefang Street, ein Besuch der Teeplantagen oder die Erkundung der Wasserdörfer in der Umgebung sowie einen Besuch des bekannten Lingyin Temple runden den Trip ab.

Die längste Bahnfahrt unserer Reise stand bevor, von Hangzhou nach Guilin, rund 1440 km in ca. 8 Stunden.

Ursprüngliches Yangshuo:
Von Guilin geht es knapp 2 Stunden mit dem Auto durch die Karstbergenlandschaft nach Yangshuo. Dort übernachteten wir ein bisschen ausserhalb der Stadt, in einem kleinen familiengeführten Resort.

Um die ländlichen Gegenden Chinas, als Gegenpool zu den Grossstädten zu erkunden, eignet sich diese Region hervorragend! Wir unternahmen eine Li – Flussfahrt, bestiegen den Mondberg, der eine tolle Aussicht über die Umgebung bietet und schlenderten durch das touristische Zentrum von Yangshou, der Weststreet.  Am Abend sollte man die gigantische Show «Impression Liu Sanjie» die bei gutem Wetter auf dem Fluss und unter freiem Himmel stattfindet, nicht verpassen!

Yangshou Li Flussfahrt

Yangshou Li Flussfahrt

Von Yangshou geht es zurück nach Guilin, wo wir den 3 stündigen Zug nehmen in das 550 km entfernte Shenzhen. Von dort aus verlassen wir China und fahren mit der Schnellfähre in die Sonderverwaltungszone, Hong Kong.

Trendiges Hong Kong:
Die Millionen-metropole vereint die besten Seiten aus zwei Welten: Westliche Kultur trifft auf östliche Bräuche, Traditionsort auf Wirtschaftszentrum. Das Ergebnis ist eine spannende und einzigartige Mischung!

Wir fuhren mit den alten Star Ferrys, die einen tollen Ausblick auf die Skyline bieten, von Kowloon nach Hong Kong Island und erkundeten mit der doppelstöckigen „Ding Ding“ Strassenbahn die Insel. Die Panoramaaussicht vom Victoria Peak über die Stadt darf man nicht verpassen. Der Kowloon Park, der an den Central Park erinnert, bietet einen Ruhepol in dieser hecktischen Stadt. In SOHO reihen sich viele coole Lokale und Boutiquen aneinander und das steile Gebiet kann gut mit der längsten Rolltreppen erkundet werden.

Hong Kong Skyline

Hong Kong Skyline

Shopping begeisterte kommen total auf ihre Kosten. Von den Edelboutiquen in den Einkaufszentren bis hin zu den authentischen Strassen – und Nachtmärkten oder den Marken Outlets, ist hier für Jedermann etwas dabei. Ein massgeschneiderter Anzug oder ein Seidenkleid bieten tolle und hochwertige Andenken.

Eine Abwechslung zum normalen Städtetrip bietet der Besuch in einem der Vergnügungsparks, Sonne tanken und Baden an einem der Strände oder mit einem Ausflug nach Macau. Zum Abschluss besuchten wir den „Big Buddha“ auf Lantau, die grüne Insel ist ein ruhiger Gegensatz zur Grossstadt und eignet sich gut zum spazieren oder wandern.

Danach verabschiedeten wir uns von dieser tollen Stadt und drei Wochen authentischem China und flogen mit der neuen Boeing 777-300ER nach Zürich zurück.

Habe ich Ihr Reisefieber geweckt? Gerne gebe ich Ihnen persönliche Tipps. Ich freue mich, Ihre China Reise mit Ihnen zu planen!

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