Bahnfahren in China

Bahnfahren in China

Lea Baumgartner, 30. Mai 2016

Eine Reise durch China mit dem Zug ist ein echtes Erlebnis: Von den Hochgeschwindigkeitszügen bis hin zu den Nachtzügen hat das Land eine Vielzahl an bequemen Verbindungen zu bieten. Lassen Sie sich inspirieren und vielleicht entdecken Sie ja auch bald dieses vielseitige Land mit dem Zug.

Warum sollte man in China Zugfahren:
Es ist eine angenehme, sichere und umweltfreundliche Art, das riesige Land zu entdecken. Dank eines hervorragend ausgebauten Eisenbahnnetzes (mit mehr als 120‘000 Kilometer) kommt man in fast alle Winkel, hat meistens bequeme Direktverbindungen und die Züge sind trotz der grossen Entfernungen meist pünktlich. Ausserdem erlebt man nicht nur die tolle Landschaft hautnah, sondern kommt auch mit den anderen Reisenden ins Gespräch. Obwohl viele kein Englisch verstehen, klappt die Verständigung doch mit Händen, Füssen und einem Sprachführer.

In die Nachbarländer kann man ebenfalls bequem mit der chinesischen Bahn reisen: So verkehren Züge zwischen China und Vietnam sowie nach Kasachstan und Nordkorea. Und natürlich gibt es auch noch die legendäre Transsibirische Eisenbahn, die Moskau mit Peking verbindet.

Schnellzug

Schnellzug

Ausstattung der Schnellzüge:
Die Business Klasse ist die gehobenste Klasse. Danach kommt eine Unterordnung, welche in zwei Kategorien aufgeteilt ist: Die 1. und die 2. Klasse. Die 1. Klasse ist mit 4 Sitzen- und  die 2. Klasse mit 5 Sitzen pro Reihe ausgestattet. Die Business Klasse ist die Luxusvariante, wo zwischen 8 – 10 Plätze in einem Wagon platzfinden. Wir reisten bei den Tagesfahrten in der 2. Klasse, welche am preisgünstigsten ist. Ich fand diese erstaunlich komfortabel und war durchaus zufrieden. Die Züge sind alle modern, von angenehm bis kühl klimatisiert, die Sitzlähne kann zurückgestellt werden und was mich am meisten erstaunt hat, sie sind sehr sauber. Die Sitze drehen sich immer in Fahrtrichtung. Wie bei uns kommt die „Minibar“ vorbei, die gewohnt hohe Preise hat. Deshalb taten wir es den Einheimischen gleich und brachten unsere Verpflegung immer selber mit. Der Abfall wird regelmässig einsammelt und dabei werden neue Abfalltüten verteilt. Die Schnellzüge sind Nichtraucherzüge, die Stopps an den Bahnhöfen sind mit nur 2 – 3 Minuten kurz. Die Durchsagen & Anzeigen sind alle in englisch aber das Zugpersonal spricht vielfach nur chinesisch. Es gibt sowohl normale westliche Toiletten als auch typische asiatische Plumpsklos. Klopapier ist jedoch nicht immer vorhanden, sodass man am besten immer eine Rolle dabei haben sollte.

Anzeigetafel im Zug

Anzeigetafel im Zug

Nachtzug:
Innerhalb der Züge gibt es Unterschiede, generell werden folgende Klassen unterschieden:
3. Klasse: Liegesessel
2. Klasse / Hardsleeper: In der Regel sechs Betten pro Abteil und ohne Platzreservation. Teilweise nicht verschliessbar, daher kann es nachts etwas laut werden, zumal Chinesen sehr zum Schnarchen neigen.
1. Klasse / Softsleeper: Entspricht den europäischen Schlafwagen mit meistens 4 Betten pro verschliessbarem Abteil.
Luxusklasse: ist nur in wenigen Zügen vorhanden, 2er Abteile mit eigenem WC.

Auf dem Ticket ist immer die Wagennummer () aufgedruckt sowie die Sitz- () oder Bettennummer mit dem Zusatz (unten),  (Mitte) und (oben). Praktisch ist, dass man nicht am falschen Ort einsteigen kann, weil vor jeder Tür ein Zugbegleiter die Fahrkarte prüft.

Die Toiletten sind gleich wie in den Schnellzügen nur meist etwas älter und es gibt zusätzlich noch separate Waschbecken. Ohropax sind für diese Nächte ein guter Begleiter! Der Essensverkäufer kommt jede Stunde (kleine Auswahl an chinesischen Speisen) vorbei und es steht heisses, trinkbares Wasser gratis zur Verfügung. Ein Speiswagen ist nicht vorhanden, deshalb die Verpflegung am besten selber mitnehmen. Der Platz für das Gepäck ist eher rar und die Betten für europäische Verhältnisse hart. Die Durchsagen werden auf Chinesisch und Englisch gemacht, die Stops sind recht kurz ausser an der Endstation.

Bahnfahrt:
Bevor man den Bahnhof betritt, geht man durch eine Ticket– und Passkontrolle. Danach folgt der Sicherheitscheck, wie am Flughafen. Gewartet wird nicht, wie bei uns auf dem Gleis, sondern in den Wartehallen / Wartebereichen. Eine halbe Stunde vor Zugabfahrt reiht sich die lokale Bevölkerung vor den Einlassschranken auf, es wird gedrängelt wie es nur geht. Sobald die Schranken ca. 15 – 10 Minuten vor Abfahrt geöffnet werden, strömen alle zum Gleis und in den Zug, an den gebuchten Platz. Die grossen Koffer verstauten wir auf der Brücke in vorgesehenen Gepäckfächer oder im Stauraum hinter der letzten Reihe. Die kleinen Koffer und Rucksäcke kommen auf die Gepäckablage über den Sitzen. Dann geniesst man die schöne Landschaft, die an einem vorbeizieht oder beobachtet die Chinesen beim Kartenspiel. Sobald die Einfahrt in den auserwählten Bahnhof angekündigt wird, sollte man sich zum Aussteigen bereit machen, damit man in der kurzen Haltezeit sich durch die wartenden Raucher an der Türe durchdrängeln kann.

Wartesaal im Peking-Bahnhof

Wartesaal im Peking-Bahnhof

Tickets:
Es ist wichtig, dass die Bahntickets inklusive Sitzplatzreservation schon im Voraus in der Schweiz gebucht werden, da die Schnellzüge fast immer ausgebucht sind. Die Tickets werden am Bahnhof hinterlegt und personalisiert ausgestellt, damit ein Schwarzmarkthandel nicht mehr möglich ist. Mit den blauen Bahntickets muss man sich in der Reihe des Schaffners einstellen. Die roten Bahntickets kann man durch den Scanner lassen, alle Tickets müssen bis zum Schluss aufbewahrt werden, da sie am Ausgang des Zielbahnhofes nochmals vorgezeigt werden müssen.

Mein Fazit, Zug fahren in China ist einfach und komfortabel! Eine tolle Möglichkeit sich in diesem grossen Land vortzubewegen und einen anderen Einblick in das chinesische Leben zu erhalten.

Haben Sie auch Lust mit dem Zug dieses wunderbare Land zu entdecken? Gerne berate ich Sie persönlich!

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