Von Kulturschätzen und beinahe vergessenen Ethnien

Von Kulturschätzen und beinahe vergessenen Ethnien

Suzanne Lehmann, 13. September 2018

Atemberaubende Gebirge, tiefe Seen, spektakuläre Wasserfälle, bizarre Vulkanlandschaften und die älteste christliche Kultur Afrikas: Äthiopien gilt als die Wiege der Menschheit, Ursprung des Kaffees und Heimat der vielfältigsten Ethnien Afrikas. Eine Reise durch Äthiopien ist eine Sammlung von unvergesslichen Eindrücken und Begegnungen.

Äthiopien mit all seinen Facetten

Wer nach Äthiopien reist, der interessiert sich meist für die eindrücklichen Kulturstätten, wie z. B. die Felsenkirchen von Lalibela oder die Stelen-Stadt Axum oder aber für die exotischen Volksgruppen rund ums Omo-Valley mit ihren althergebrachten Gebräuchen und farbigen Märkten. Während die Kulturstätten eher im Norden angesiedelt sind, liegt das Omo-Tal mit seinen Ethnien im Süden des Landes. Eine Kombination beider Regionen bietet ein eindrückliches Reiseerlebnis, fast wie aus einer anderen Zeit!

Lalibela

Roha war ein unbedeutender Ort in den Bergen Äthiopiens, bis Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts König Lalibela hier ein architektonisches Wunderwerk in Auftrag gab. In mühsamer, jahrelanger Handarbeit wurden die weltbekannten Felsenkirchen aus dem Stein heraus gemeisselt und ein neues, afrikanisches Jerusalem entstand. Der Ort wurde in Lalibela umbenannt und gehört heute unbedingt ins Reiseprogramm jedes Äthiopien-Besuchers.

Die Georgs-Kirche

Die Georgs-Kirche

Als Prunkstück aller Bauten gilt die Georgs-Kirche, die in Form eines Kreuzes aus dem Felsen herausgeschlagen wurde

Bahir Dar

Eine Tagesreise von Lalibela entfernt liegt die Stadt Bahir Dar mit Palmen-gesäumten Alleen, die wie der Name sagt «am Rande des Sees» liegt und als «Riviera» Äthiopiens gilt. Nicht verpassen sollte man eine gemütliche Schifffahrt zu der bekannten Kirche Ura Kidane Mehret auf der Zege-Halbinsel im Tanasee.  Die Rundkirche aus dem 16. Jahrhundert beeindruckt durch ihre üppigen und gut erhaltenen Wandmalereien, die auf bis zu 250 Jahre alt geschätzt werden. Eine weitere Sehenswürdigkeit in der Umgebung von Bahir Dar sind die imposanten Tis-Issat-Wasserfälle des Blauen Nils. Die Wasserfälle können nur zu Fuss über eine kurze Wanderung erreicht werden. Der Blaue Nil entspringt im Süden des Tanasees, durchfliesst diesen und fliesst von da aus weiter in den Sudan. In Khartum trifft der Blaue Nil auf den Weissen Nil und mündet als Grosser Nil ins Mittelmeer.

Rundkirche Ura Kidane Mehret auf einer Halbinsel im Tanasee

Rundkirche Ura Kidane Mehret auf einer Halbinsel im Tanasee

Tis-Issat-Wasserfälle des Blauen Nils

Tis-Issat-Wasserfälle des Blauen Nils

Konso

Rund 100 km südlich von Arba Minch wartet Äthiopien mit einem weiteren UNESCO-Welterbe auf, der «Kulturlandschaft der Konso». Die Konso zählen zu den vielen Ethnien des südlichen Äthiopiens und sind vor allem für die terrassenförmige Anlage ihrer Felder sowie ihren Totenkult bekannt. Zudem spielen bei den Konso hölzerne Stelen, die berühmte Krieger darstellen, eine wichtige Rolle. Die unverwechselbaren Dörfer der Konso auf den Bergkuppen sind sehr dicht bebaut, mit massiven Steinwällen umschlossen und bestehen aus vielen kleineren Kraals, in denen jeweils eine Familie mit ihrem Vieh lebt. Früher diente diese Bauweise zur Abwehr von wilden Tieren oder Feinden und auch heute noch bewachen junge Konso-Männer die Dorf-Eingänge rund um die Uhr.

Konso-Dorf

Konso-Dorf

Mago-Nationalpark

Wer an Safari denkt, denkt nicht unbedingt an Äthiopien, aber auch hier lebt afrikanisches Grosswild. Der Mago-Nationalpark, im Süden des Landes, wurde 1971 zum Schutze der Tierwelt gegründet und ist heute u. a. Heimat für Elefanten, Büffel, Löwen und Giraffen. Wer die Wildtiere beobachten will, ist jedoch mit dem kleineren und etwas nördlicheren Nationalpark Chebera Churchura besser beraten. Dafür lebt in der Region des Mago-Nationalparks die bekannte Volksgruppe der Mursi. Ihnen gehören schätzungsweise nur noch 4000 Menschen an, die ihre eigene Sprache sprechen.  Sie leben von Viehzucht und Ackerbau, sind jedoch weltweit für ihren auffälligen Körperschmuck bekannt. Charakteristisch sind auffällige Unterlippen-Teller bei Frauen sowie bemalte Körper und Schmucknarben, die als Schönheitsmerkmale gelten.

Mursi-Frauen mit Unterlippen-Teller

Mursi-Frauen mit Unterlippen-Teller

Eine Welt aus vergangener Zeit

Egal ob uralte Kulturen, Religion, Traditionen, atemberaubende Landschaften und Naturschauspiele oder faszinierende Ethnien Sie begeistern, in Äthiopien sind Überraschungen und Staunen garantiert. Gerne organisieren wir Ihre ganz individuelle Reise in dieses Land aus vergangener Zeit!

Suzanne Lehmann
Suzanne LehmannSuzanne Lehmann Product Manager Africa bei Travelhouse

Zögern Sie nicht unsere Afrika-Spezialisten zu kontaktieren.

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