Whisky – das schottische Lebenselixier

Whisky – das schottische Lebenselixier

Annatina Jaeger, 20. Juni 2014

«Uisge Beatha» nennen die Schotten ihren Whisky, «Wasser des Lebens». Dieses Lebenswasser ist von seiner Umwelt geprägt wie kein anderes, und meist wird es erst getrunken, wenn es eines oder mehrere Jahrzehnte alt ist.

Der Whisky eröffnet Ihnen eine unvergleichliche und unendliche Geschmacksvielfalt. Sein würziger Duft nach Torffeuer, Heidekraut und Seetang, nach Vanille und sherrygetränktem Eichenholz erinnert an mystische Seen, nebelverhangene Täler und magische Hochlandweiten. Er schmeckt ganz einfach nach Schottland.

Die Schottischen Highlands

Die Schottischen Highlands

Anfänge

Über die Anfänge der schottischen Whiskybrennerei ist wenig bekannt, einiges spricht aber dafür, dass die Destillierkunst von irischen Mönchen nach Schottland gebracht wurde.

Der älteste offizielle Nachweis ist eine Urkunde in der Edinburgher Nationalbibliothek aus dem Jahre 1494. Sie belegt, dass ein gewisser John Cor acht Bollen gemälzte Gerste orderte, um «Aqua vitae», Lebenswasser, herzustellen.

Einst wurde in Schottland in über 400 Destillerien Scotch Whisky gebrannt, aktuell sind noch 98 aktiv. Die Destillerien und ihr Whisky werden sechs verschiedenen Regionen zugeordnet, und jeder Region wird eine geschmackliche Charakteristik nachgesagt.

Das Schottische Lebenswasser

Das Schottische Lebenswasser

Whiskys der Insel Islay

Islay gehören die wohl wichtigsten 200 Quadratmeilen in der Whisky-Welt, die acht Brennereien der Insel produzieren Islay Malts, die weltweit für ihren kräftig-torfigen und starken Geschmack bekannt sind. Bekannt ist unter anderem der Lagavulin.

Ardbeg Destillerie auf der Insel Islay

Ardbeg Destillerie auf der Insel Islay

Whiskys der Orkney Islands und der Inneren Hebriden

Die Whiskys der Inseln Orkney, Skye, Jura, Mull und Arran haben keinen einheitlichen Charakter, sind aber bekannt für ihren leichten Salzgeschmack auf Grund der Seeluft. Insgesamt sind hier noch sechs Brennereien aktiv, unter anderem die Talisker Brennerei auf der Insel Skye und die mehrfach ausgezeichneten Whiskys der Insel Jura.

Die Schottischen Highlands auf der Insel Skye

Die Schottischen Highlands auf der Insel Skye

Die Insel Skye

Die Insel Skye

Whiskys der Highlands

Highland Whiskys sind meist kräftig im Geschmack, grundsätzlich aber recht unterschiedlich. Aus diesem Grund nimmt man die Highlands nicht als eine grosse Region wahr, sondern als verschiedene kleine, jedoch sehr ausgeprägte Gebiete. Bekanntester Single Malt aus den nördlichen Highlands ist der Glenmorangie.

Single Malt Whisky Glenmorangie aus den nördlichen Highlands (Copyright: Aurimas Adomavicius, Aurimas @ flickr)

Single Malt Whisky Glenmorangie aus den nördlichen Highlands (Copyright: Aurimas Adomavicius, Aurimas @ flickr)

Whiskys der Speyside

Das Gebiet Speyside liegt in den Highlands zwischen Aberdeen und Inverness und führt entlang des Flusses Spey. Sie fasst 48 der noch aktiven Brennereien Schottlands zusammen. Die hier hergestellten Whiskys sind eher rund und fein und wenig, manchmal auch gar nicht getorft.

Die Speyside gilt als zentrale Whisky-Region des Landes, da hier nicht nur die produktivsten und meisten Brennereien liegen, sondern auch Mälzereien, Böttchereien, Blender und unabhängige Abfüllbetriebe. Zu den bekanntesten Destillerien gehören Glenfiddich, Aberlour, Cragganmore, Glelivet oder Macallan.

Die bekannte Glenfiddich Destillerie in der Speyside Whisky-Region (Copyright: Piano Piano!, hans thijs @ flickr)

Die bekannte Glenfiddich Destillerie in der Speyside Whisky-Region (Copyright: Piano Piano!, hans thijs @ flickr)

Malt Whisky Trail

Die 110 km lange Whiskyroute zwischen Inverness und Aberdeen führt durch eine zauberhafte Landschaft an acht verschiedenen Brennereien vorbei, die – wie fast alle schottischen Destillerien – geführte Touren anbieten.

Pro Destillerie sollte eine gute Stunde eingeplant werden. Jede hat ihren eigenen Charakter, bei allen wird niemand ohne eine kleine Kostprobe, «a wee dram», entlassen.

Auf dem Trail liegt die wohl bekannteste Brennerei, Glenfiddich, in Betrieb seit 1887 und heute in 5. Generation im Familienbesitz. Sie steht in Dufftown, der sogenannte Hauptstadt des Malt Whiskys. Im örtlichen Museum dreht sich alles um das schottische Nationalgetränk.

Die Glenfiddich Brennerei in Dufftown (Copyright:  Martin Abegglen, twicepix @ flickr)

Die Glenfiddich Brennerei in Dufftown (Copyright: Martin Abegglen, twicepix @ flickr)

Auch auf dem Trail liegt die Strathisla Destillerie, in Betrieb seit 1786 und somit eine der ältesten Brennereien weltweit. Weitere bekannte Namen entlang der Route sind Glenlivet und Cardhu.

Single Malt, Blend oder Grain?

Single Malt Whisky ist das Produkt einer einzigen Brennerei. Destillate aus Malz sind ihre Grundlage, wobei das Malz häufig noch getorft wird. Eine Lagerungszeit von acht bis zwölf Jahren ist üblich, jedoch sind auch ältere Abfüllungen erhältlich.

Eine Besonderheit sind Single Cask-Produkte. Dieser Whisky stammt aus nur einem einzelnen Fass, die abgefüllten Flaschen werden oft nummeriert.

Der Grain Whisky besteht aus Weizen oder ungemälzter Gerste. In Schottland gibt es zur Zeit sieben aktive Grain-Brennereien.

Ein Blended Whisky ist eine Mischung aus mehreren Whiskys. Er kann Whiskys aus 40 oder 50 verschiedenen Malt- und Grain-Brennereien enthalten. Das normale Mischverhältnis besteht aus 60% Grain Whisky und 40% Malt Whisky. Die meisten grossen Scotch-Namen sind Blends: Johnnie Walker, Black & White, Bells, Ballantine’s, Chivas Regal.

Blended Whiskeys (Copyright: Mikael Leppä, Rollofunk @ flickr)

Blended Whiskeys (Copyright: Mikael Leppä, Rollofunk @ flickr)

Im Gegensatz zu einem Blend, der in Geschmack, Farbe und Geruch sehr gleichmässig reproduziert werden kann, weisen Single Malts ihren eigenen individuellen Charakter auf, der durch die Herstellung und Lagerung bestimmt wird.

Während in den Ursprungsjahren des schottischen Whiskys meist Single Malt konsumiert wurde, gab es danach viele Jahre fast ausschliesslich Blends zu kaufen.

Der erste Blend wurde 1853 geschaffen, ab 1870 begannen Händler, ihre eigenen, selbst kreierten Blends weltweit zu verbreiten. Erst im Jahre 1963 hatte die Firma Glenfiddich aus Dufftown den Mut, ihren Whisky wieder als Single Malt zu verkaufen.

Der Erfolg war Wegbereiter für einen Trend, der bis heute anhält. Aktuell verteilt sich der Umsatz des Scotch zu ca. 89% auf Blended Whisky, zu ca. 9% auf Single Malt Whiskys und zu ca. 2% auf Grain Whisky.

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Gastautor: Annatina Jaeger
Gastautor: Annatina JaegerManager Sales & Operations Northern Europe


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